
Ravensburg – Stiftung einer ewigen Messe durch Hans Wӳerman, Bürger von Ravensburg.
Ravensburg, Freitag nach St. Dionysius (11. Oktober), 1493.
Deutsche Handschrift auf Pergament. 60 Zeilen. 42cm (+6cm Plica) x 84cm. Vier angehängte Siegel.
Faltspuren, dort vereinzelt etwas schlecht lesbar. Das spitzovale Siegel stärker abgeflacht und mit Randschäden, Die Wachsschale des Siegels von Ravensburg mit Ausbruch und dadurch das Siegel mit kleinem Ausbruch in der Umschrift. Rückseitig ein zeitgenössischer und ein späterer Vermerk. Insgesamt sehr gut erhaltenes Dokument von monumentalem Format.
Hans Wӳerman adressiert die Stiftung einer ewigen Messe an Thomas, Bischof von Konstanz (Thomas Berlower, 1421-1496) oder dessen Vikar. Die Ewige mess mit gůtter zittiger Vorbetrachtung soll mit vergunsten Wissen und Willen des Abtes und Konventes des Gotteshauses zu Weissenau, Praemonstratenserordens, und dem Leutpriester Othmar Humpis in der Pfarrkirche Sankt Jodok an dem Altar des Heiligen Kreuzes und der Maria Magdalena zelebriert werden. Finanziert werden soll die Messe mit den Erträgen aus den 600 Gulden rheinisch, die Hans Wӳerman als Beteiligung an der Handelsgesellschaft der Humpis in Ravensburg hält. Daraus finanzierte Pfründe sollen dem Unterhalt des Kaplans bzw. Priesters dienen. Weitere Bestimmungen regeln den Fortbestand der Stiftung unter seinen Nachfahren. Es folgen längere Ausführungen über die zu haltenden Messen, aber zum Beispiel auch ein Artikel, in dem der Kaplan bei längerer Krankheit verpflichtet wird, aus den Einnahmen seiner Pfründe einen Ersatzpriester zu bezahlen. Kommt ein Kaplan bzw. Priester seinen Pflichten nicht nach, kann er seiner Pfründe verlustig werden.
Der Corrobatio (Siegelankündigung) folgend sind die Siegel von Hans Wӳrman, Abt Johannes und Konvent von Weissenau, Othmar Humpis sowie Bürgermeister und Rat der Stadt Ravensburg. A0056.
Euro 3.200.- inklusive 19% Mehrwertsteuer