Propagandaschrift Maximilians I. gegen Karl VIII. von Frankreich

Maximilian I., röm.-dt. König, 1459-1519.

Contra falsas francorum litteras pro defensione honoris serenissimi Romanorum Regis semper Augusti, deutsch. – Antwurt zu handthabung und behaltnuss der Römischen küniglichenn Maiestat eeren und glympfens…
(Augsburg, Erhard Ratdolt, nicht vor Mai 1492).
Folio, Blattgröße 29,5 x 21cm. Moderner schlichter, etwas strukturierter roter Pappband (Peter Schrijen, Maastricht, 1999).
Acht Blätter. Mit zwei großen Holzschnittinitialen.
Etwas gebräunt und fleckig. Kleiner Braunfleck in den letzten vier Blättern, letztes Blatt vor allem verso stärker fleckig und mit kleiner unterlegter Fehlstelle (Verlust eines Buchstabens).
Nachdem Maximilian I. im Dezember 1490 per procurationem (durch Stellvertreter) die Ehe mit Anne von der Bretagne geschlossen hat, ohne zuvor die Zustimmung des französischen Königs einzuholen (wie es im Vertrag von Sable vereinbart war), protestierte Karl VIII. und sandte Truppen in die Bretagne. Machtlos dagegen – auch ihr Ehemann Maximilian kam ihr nicht zu Hilfe – trat sie in Verhandlung mit dem französischen König, die zur Verlobung am 19. November 1491 führte. Zu der am 6. Dezember 1491 geplanten Hochzeit zwischen Karl VIII. und Anne von der Bretagne lud der französische König auch Maximilian – und zwar als König von Rom – ein. Das Pikante an der Situation: Karl VIII. war bereits verheiratet, und zwar mit Maximilians Tochter Margarete! Aus dieser Situation der doppelten Düpierung Maximilians durch den französischen König heraus entstand vorliegende Polemik. Obwohl selbst nicht ganz unschuldig an der prekären Situation, beschuldigt König Maximilian I. heftig die Franzosen, seine Ehre verletzt zu haben. I0005.
GW M22148. Diederichs, Peter. Kaiser Maximilian als politischer Publizist. Jena, Eugen Diederichs, ca. 1932. Nr. 6
Provenienz:
Fürstlich Fürstenbergische Hofbibliothek Donaueschingen, Stempel auf Blatt 8v. (Ein weiteres Exemplar – nicht das vorliegende! – gleicher Provenienz bei: Sothebys, London, Auktion LN4389, Incunabula from the Court Library in Donaueschingen am 1. Juli 1994, Lot 211, GBP 6.900)
H. Legel, mod. Exlibris.
Koller, Zürich, Auktion 198, 29.9.2021, Lot 318.
Euro 13.500.- inkl. 7% MwSt.


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